Smalltalk ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie was man bekommt

Vorschau:

In Diesem Artikel stelle ich vor, warum Smalltalk für Dich wichtig ist und wie du lernen kannst, ohne Sorgen ein lockeres Gespräch zu beginnen. Mit Grundprinzipien für erfolgreiche Gespräche, Beispielen und einer Buchempfehlung möchte ich eines unterstreichen: Leute kennen lernen ist einfach und kann gelernt werden! Wie genau, findest Du jetzt heraus.

Warum Smalltalk wichtig ist

Jedes neue Gespräch ist eine einzigartige Chance: Viele Menschen können Dir ein wertvoller Freund, Partner, Geschäftspartner, Weggefährte, Retter in der Not sein oder anderweitig Dein Leben bereichern.

Sie „verstecken“ sich in der weiten Welt, an Deiner Schule, auf dieser Party oder im Supermarkt. Das findest Du aber erst heraus, wenn Du nach ihnen suchst und Gespräche führst. Nur wie beginnt man ein Gespräch mit einem Fremden?

Mit Smalltalk. Früher habe ich dieses Wort und noch viel mehr diese Tätigkeit gehasst! Es schien mir eine bloße Zeitverschwendung, wenn nicht gar eine aktive Verdummung zu sein. Warum um alles in der Welt wollen Menschen beim Kennenlernen nicht sofort mitten in spannende thematische Getümmel springen und statt dessen erst mal Nichtigkeiten über das Wochenende, Wetter oder was sie gegessen haben austauschen? Es machte für mich, der ich an vielen Dingen interessiert bin und mich für tiefgründig hielt, keinen Sinn.

Doch eines Tages dämmerte es mir: Der eigentliche Zweck von Smalltalk ist nicht der Inhalt, sondern das Medium. Das bedeutet, die Leute reden nicht übers Wetter, um übers Wetter zu hören, sondern um über den Sprecher zu erfahren!

Das „wie geht’s“ und das automatisch geantwortete „alles bestens“ sind soziale Konventionen, die uns als Gesprächspartner einen einleitenden Rahmen geben, in dem wir uns selbst präsentieren und unser Gegenüber abchecken können. Das läuft alles automatisch ab, die Stimmlage, die Körperhaltung, der Gesichtsausdruck und die Kleidung sagen für sich genommen bereits so viel aus.

Deine Herkunft, Dein Selbstbewusstsein und Deine Attraktivität für Dein Gegenüber können allesamt in den ersten 5-10 Sekunden herausgefiltert werden. (Das bedeutet nicht, dass all diese Informationen stimmen müssen, aber unsere Gehirne maßen sich an, trotzdem daraus zu Schlussfolgern.)

Smalltalk gibt sofort Näherungswerte zu folgenden Bereichen:

  • Herkunft – spricht die Person einen Dialekt oder Akzent?
  • Bildungsgrad – welche Wortwahl macht die Person?
  • Selbstbewusstsein – spricht Die Person laut und deutlich oder leise und verschüchtert?
  • Sozialer Stand und Wertvorstellungen: Körperhaltung und Kleidungsstil
  • Attraktivität – neben allen oberen und unteren Punkten vor allem ausgesagt über „biologische Schönheit“ (Gesichts- und Körperform)
  • Ziele und Vorhaben – ist die Person zugewandt, kommt auf Dich zu, und will Dich kennenlernen oder dreht sie sich beim Smalltalk weg von Dir und macht den Eindruck, sich unwohl zu fühlen?
  • Gefühlswelt des Sprechers – Tonlage beim Sprechen, Wort- und Themenwahl etc. Schwere Themen und ein allgemeiner Unwillen, anfangs Smalltalk zu verfolgen wirkt unsicher und sozial ungeschickt.
  • Vertrautheit: Hat man gemeinsame Freunde, die gewissermaßen für einen bürgen?

Emotionale Informationen gehen über Sachinformationen

Unser Gehirn will sich einen Moment nehmen, um den ersten, emotionalen Eindruck einsinken zu lassen. Deshalb hat sich diese soziale Konvention, ein Gespräch mit Smalltalk zu beginnen, herausgebildet. Deine Themenwahl sendet ein deutliches Signal über Dich und wofür Du stehst.

Es würde das Gespräch überfrachten, wenn man gleich am Anfang einer Begegnung über die U-Bootschlacht im Atlantik oder die Ursachen für soziale Ungerechtigkeit diskutieren würde. So sehr Du auch über tiefgehende Themen sprechen möchtest, ich muss unterstreichen: Das gehört nicht an den Anfang eines Gesprächs mit einer unbekannten Person. Smalltalk ist (in den meisten Fällen) ein guter Anfang und unterstützt spätere interessante Diskussionen.

Bedenke: Niemand führt ewig Smalltalk. Alle wollen spannende Dinge erfahren und erleben und neue Freunde kennenlernen! Jeder Mensch sehnt sich nach Verbindungen.

Denn der Mensch ist ein soziales Tier, dessen werde ich nicht müde es zu betonen. Deshalb interessiert ihn auch viel mehr, mit wem er es zu tun hat, als was dieser tut oder weiß.

Obwohl das ‚Was‘ auch wichtig ist, erzeugt es anfangs schlicht kein so großes Interesse. Alle Nachrichten, Boulevardzeitungen, Videoclips und Werbung machen sich dies zu Nutze und haften die Botschaft, die sie rüberbringen wollen an Emotionen und Persönlichkeiten.

Die Sachinformation spielt die zweite Geige. Selbst Sachbuchautoren machen sich zu Recht Gedanken, wie sie ihre Inhalte und ihr Wissen lustig und locker flockig rüberbringen können, weil es sonst sogar den interessiertesten Lesern irgendwann zu öde wird.

Um das emotional ansprechende Verpacken von Themen und und letzten Endes Dir selbst gibt es keinen Weg drumherum.

Smalltalk ist Deine Bühne – nutze sie!

Man könnte Smalltalk auch als Verkaufsgespräch sehen. Du verkaufst Dich selbst als eine Person, die es sich lohnt näher kennen zu lernen. Wenn Dein Gegenüber in diesem kurzen Wortwechsel den Eindruck hat, dass Dein „Vibe“, also Deine Ausstrahlung, stimmt, öffnen sich die Tore für jedes erdenkliche Thema. Das ganze dauert nichtmal eine Minute!

Du kannst also super schnell mit geschicktem Smalltalk das Thema an den Mann bringen, das Dich eigentlich interessiert!

Nehmen wir an Du hast im Park eine hübsche Unbekannte erspäht und willst sie nun kennenlernen.

Frau in einem roten Mantel sitzt auf einer Parkbank und liest ein Buch
Es ist nicht schwer: Hallo sagen und ihren Mantel oder die Jahreszeit kommentieren und schon ist man im Gespräch

Wie soll das genau passieren? Schauen wir es uns an:

Du: Schön, dass die Sonne heute scheint, nicht?

Entweder schaut Die die Person Dich verdutzt an und geht sofort weiter, nachdem sie sagt „Ja, klar…“ – passiert in 2% der Fälle. Dann wünschst Du einfach einen schönen Tag, weil Du Dich davon nicht beeindrucken lässt und gehst weiter. Sie hat wahrscheinlich einen schlechten Tag gehabt oder ist nicht so geschickt im Reden wie Du. Nichts passiert, niemand gestorben, keine Schlagzeilen in der Zeitung gemacht. Weiter geht’s.

In 98% der Fälle passiert allerdings ein ganz lockeres Gespräch, und Du wirst erkunden, wohin es führen kann:

Schöne Unbekannte: Ja total! Der Regen de letzten Woche hat echt genervt. Endlich wieder rausgehen können und ein Eis essen.

Oder sie spricht vom Gassi gehen oder davon, dass sie vom schönen Wetter nichts hat, wegen der Sklavenarbeit im Büro oder was ihr sonst gerade auf dem Herzen liegt.

Der Punkt: Du hast bereits nach einem unoriginellen Satz die Möglichkeit, 10 verschiedene Themensprünge zu machen: Hund, Job, Hobbys, Dritte Personen, Urlaub…!

Du:  Ja , das hat mir auch gefehlt. Ich war kurz davor einen Flug nach Spanien zu buchen. Welche Eisdiele findest Du hier in der Stadt am besten?

Geht es im Beispiel statt Eis um den Hund, ist das wiederum die Möglichkeit für 20 Anknüpfungspunkte (Rassen, Pflege, Hunde vs. Katzen). In Deinem Zweiten Kommentar kannst Du ebenso einen neuen Gesprächsköder auswerfen, wie im Beispiel den Urlaub oder Reiseziele. Das muss kein konkreter Plan sein, einfach nur eine Gemütsregung, welches Land Du eben magst. Darauf kann Dein Gegenüber eingehen, wenn es diese Anknüpfungsmöglichkeit wahrnimmt.

Arbeit ist ein reichhaltiges Gebiet, achte allerdings darauf dass viele Leute ihre Arbeit nicht sonderlich spannend finden. Da kannst Du also Dein Interesse bald weiterführen zu Themen, die dir ein kurzes Plaudern über die Arbeit eröffnet hat.

In unserem Beispiel geht es zunächst unspektakulär weiter:

Schöne Unbekannte : Die am Hasenberg ist super, aber die hat zur Zeit geschlossen! Da bin ich früher gerne hin gegangen…

Wenn das Gespräch sich nicht richtig zu entwickeln scheint, denke einfach kurz über Themensprünge nach. Je öfter Du Gespräche mit Fremden führst, desto besser wirst Du darin und solche Verknüpfungen fallen Dir dann sehr schnell auf. Man wird schlagfertiger und kann hier und Da einen Witz einstreuen, was super wirkt! Fällt einem gar nichts ein und stockt das Gespräch, ist es keine Schande, sich zu verabschieden, weil „man weiter muss“. Aber wir bleiben dran:

Du: Du scheinst Dich ja hier gut auszukennen. Bist Du von hier?

Die Herkunft ist ein 1A Thema, zu dem jeder etwas zu sagen hat. Jeder verbindet zudem meist Positives damit. Ab hier haben sich bereits 100 mögliche Gesprächsthemen ergeben: Das ganze hat keine 60 Sekunden gedauert!

Ratsam ist es, für einige wenige Minuten unverfängliche Themenbereiche wie z.B. Herkunft, Reisen, Tiere, die vergangene Woche , Arbeit und Freizeit, bekannte Personen und Ereignisse usw. abzugehen. Danach hat man sich normalerweise ein Bild von der unbekannten Person machen können. Diese hat dies ebenso getan.

Nun (ca. 5 Minuten nach dem ersten Kontakt) kann es ans eingemachte gehen:

Du: Ich habe jetzt total Lust auf ein Eis! Möchtest Du mitkommen zur Eisdiele an der Igelwiese?

Wir können uns jegliche Zaubereien sparen, weil wir in der Smalltalkperiode einen freundlichen und interessanten Eindruck hinterlassen haben. Nur dieser gute Gesamteindruck zählt. Guter Smalltalk ist ein guter Eindruck.

Deshalb können wir geradewegs zur wichtigen Gretchenfrage übergehen: Wie hält sie es mit dem Eisessen (mit Dir)?

Wenn sie kein Interesse hat, wird sie dies höflich und kodifiziert aussprechen: „Super nett von Dir, aber habe keine Zeit/ einen Freund/ Eisallergie…). Sei in diesem Fall nicht zu sehr auf die tatsächliche Wortwahl fixiert und führe auch keine Debatte darüber ob es eine Eisallergie wirklich gibt.

Wieder gilt: Das Medium ist die eigentliche Nachricht. Wenn sie zögerlich und entschuldigend reagiert, hat die Person keine Zeit/Lust. Das ist kein Weltuntergang. Verabschiede Dich höflich, denn die Ostereiersuche geht woanders weiter.

Hat sie hingegen darauf Lust, ist dies eindeutig: Sie sagt zu, oder aber schlägt einen anderen Termin vor. Man tauscht Nummern aus.

BAM! So einfach kann das gehen!

Ich habe unzählige Menschen kennengelernt, die heute noch in meinem Leben sind, obwohl wir uns beim Kennenlernen zunächst über scheinbare Nichtigkeiten unterhielten.

Es kostet in den meisten Fällen keine 5 Minuten und nur die Zukunft weiß, wen man gerade trifft!

Also: Immer schön smalltalken! Es kann nur besser werden und das ist nur der Anfang!

Grundregeln für erfolgreichen Smalltalk sind:

  • Stelle so viele Fragen wie Du willst. Wann immer Du nicht weiter weißt, lass Dein Gegenüber reden. Am besten über sich selbst („Wie war Dein Tag?“). Oder über Die Situation in der ihr euch begegnet seid (Im Supermarkt: „Na, auch noch schnell Weihnachtsgeschenke kaufen?“ – Bonuspunkte, wenn man das im Sommer fragt)
  • Gefühle gehen über Fakten
  • Persönliche Meinungen gehen über Fakten
  • Über positive Dinge reden
  • Aussagen über Dinge um euch herum treffen: „Ich liebe diese Lied. Das erinnert mich an…“. Den Ball stetig zurückspielen :“Und (was denkst) Du (dazu)?“
  • Gemeinsamkeiten herausstellen: Gemeinsame Bekannte, Übereinstimmende Meinungen, Vorlieben, eine geteilte Situation in der man sich befindet („Woher kennst Du das Geburtstagskind?“)
  • Kurze Geschichten aus Deinem Erfahrungsschatz erzählen, die entweder lustig sind oder positive Qualitäten zur Schau stellen. Das müssen keine Meisterleistungen sein, nur grundsätzlich ein positives Licht werfen
  • FORD: Familie, Occupation (Beruf), Recreation (Hobbys & Freizeit), Dreams (Träume): Diese Themen sind alle gut geeignet für Kennlerngespräche

Das solltest Du beim Smalltalk vermeiden:

  • Negative oder kontroverse Themen (Religion, Politik, Geld)
  • Übermäßig sachlich argumentieren
  • Zu persönliche, unangemessene Fragen stellen (Fragen, die die Person bloßstellen oder beleidigen könnten)
  • Zu viel selber reden, langatmig Berichten
  • Schieß Dir nicht selbst in de Fuß, indem Du Geschichten erzählst, bei denen Du schlecht wegkommst oder die eine schlechte Stimmung erzeugen. (Als Kind bei Gewitter in die Hosen gemacht, Kaninchen gestorben…)
  • DEER: Defend (Verteidigen), Erklären, Entschuldigen, Rationalisieren: Das alles solltest Du nicht tun. Diese Gesprächsaspekte sind zu intim, zeigen Dich als besorgt und problembehaftet und gehören nicht in die Kennlernphase. Du musst Dich für nichts rechtfertigen!

Noch einmal, damit absolute Klarheit herrscht: Es geht bei Smalltalk vielmehr darum, Dich als ganze Person von der Schokoladenseite zu präsentieren als darum, was Du sagst.

Das Wie ist entscheidend: Stimme, Haltung, emotionale Atmosphäre usw. sind überwältigend einflussreich gegenüber den faktischen Inhalten des Gesagten. Es ist ein Bonus, wenn Du Dich so verhältst als würdest Du Dein Gegenüber bereits gut kennen.

Du willst, dass Dein Gegenüber in kurzer Zeit ein Bild von Dir im Kopf haben kann, keinen 900 Seitigen Roman. Also Gefühls-talk fokussieren und mit sachlichen Worten sparsam sein!

Zwei Schauspieler auf einer Bühne spielen Theater
Wie in einem Drama steigert sich die Intensität eines Gesprächs im Verlauf. Smalltalk ist das Vorspiel zur Stimmungsmache

Von Small zu Medium zu Big Talk

Smalltalk ist eine spezielle, eigene Kategorie von Gesprächsführung. Du musst nicht fürchten, dass es Dich als Person definiert und Du am Ende dümmer dastehst als zuvor. Beim anfänglichen Kennenlernen gelten ganz andere Regeln als in einem Gespräch zwischen zwei etablierten Parteien. Du legst Dich damit nicht auf den einen oberflächlichen Modus fest, sondern setzt lediglich zum Sprung an.

Es folgen bald die wirklich interessanten Themen, die sachlichen Abhandlungen, Fakten, die Gretchenfragen die Dir und Deinem gegenüber auf der Zunge brennen. Habe Geduld und meistere diese erste Stufe, dann wird das weitere Kennenlernen nur noch leichter und spannender.

Egal ob Du einen Partner für geschäftliches oder privates suchst, einen Freund oder einen neuen Kunden, es ist alles möglich, wenn Dein Gegenüber das Gefühl hat, dass Du ein angenehmer, vertrauenswürdiger Zeitgenosse bist!

Es werden sich Dir Türen öffnen zu den größten Schätzen der Menschheit, wenn Du ein geschmeidiger und geschickter Gesprächspartner wirst! Jede Interaktion wird erst dann wirklich fruchtbar, wenn Dein Gegenüber Dich mag. Dies erreichst Du, indem Du Dich im Smalltalk selbstbewusst von Deiner besten persönlichen Seite zeigst.

Aber halt: Wenn der Nutzen von Smalltalk nun klar ist, warum spürt mancher jetzt noch immer eine Abneigung dagegen? Zunächst lautet die Antwort: Wahrscheinlich Gewohnheit. Wenn Du es noch nicht im neuen Licht ausprobiert hast, fühlt es sich noch komisch an. Das vergeht mit der Übung.

Du kannst Smalltalk überall üben und dabei interessante Menschen kennenlernen.

  • Frage nach der Uhrzeit. Klein Anfangen ist immer richtig.
  • Sprich mit Leuten in der Warteschlange im Supermarkt oder erkundige Dich bei Angestellten über Produkte.
  • Frage nach dem Weg zu einem Ort oder Gebäude das Du ohnehin suchst. Fast alle Menschen die Dir den Weg verraten habe ich als überaus hilfsbereit erlebt. Die wollen gar nicht aufhören zu erzählen.
  • Im Park sind die meisten Menschen gut drauf. Komm ins Gespräch mit Hundebesitzern.
  • Sieh jede Party oder Betriebsfeier als die Goldgrube, die sie ist!
  • So nervig schwätzende Frisöre sein können, das ist eine ideale Gelegenheit um Unterhaltung zu üben!
  • Unbekannte Arbeitskollegen oder Kunden bieten ebenso gutes Potenzial zur Weiterentwicklung in Konversation.

Wenn Du immer noch nicht überzeugt bist

All diese Gelegenheiten fühlen sich unter Umständen zunächst nicht „gut“ oder „richtig“ an – so als würdest Du Dich zu etwas machen wollen, das Du nicht bist. Vielleicht denkst Du, Du weil Du introvertiert bist passt das so nicht.

Aber Introvertiertheit ist keine Ausrede, denn es gibt viele introvertierte Menschen, die extrem gut im Sprechen und Unterhalten sind. Sie verspüren kein Unwohlsein dabei und keine Angst und können den Nutzen voll ausschöpfen. Wie gesagt kommt das mit der Übung.

Der eigene Widerstand gegenüber sozialen Ritualen wie dem Smalltalk hängt meist mit einem geringen Selbstbewusstsein zusammen. Man meint, nicht viel erzählen zu haben (außer die Themen, für die man sich wirklich interessiert) und in einem solchen Ritual zu scheitern. Wenn man sich nicht traut, Informationen über sich selbst preiszugeben und solche Situationen kontinuierlich vermeidet, ist dies nicht ganz unwahr.

Aber sei Dir versichert, DU musst beim Smalltalk nicht perfekt sein! Es geht nur um ein lockeres Miteinander. Wenn die Chemie stimmt, kannst Du alles sagen was Du willst und es wird Dir nicht „schaden“.

Umgekehrt: wenn die Chemie nicht stimmt, hilft auch der beste Vortrag nichts. Besser, man sieht dies als Hinweis, dass es nicht so gut passt und freut sich auf zukünftige tolle Gespräche mit Menschen, wo es klick macht!

Ein weiterer Aspekt, den ich hier nennen möchte, ist die Soziale Phobie. Dies ist eine recht häufig vorkommende Angststörung, bei der die betroffene Person sich ständig einer Bewertung ausgesetzt fühlt. Sie fürchtet, für ihr Verhalten, Gesagtes oder ihr Aussehen negative Folgen erleiden zu müssen und vermeidet sozial unbekannte Situationen. Am liebsten verbringt sie Zeit allein oder mit guten Freunden. Das ist an sich gut, jedoch verpasst der oder die Betroffene so viele Gelegenheiten, die neue Bekanntschaften bieten.

Hierzu werde ich in Zukunft noch einen eigenständigen Artikel verfassen. Bis dahin sei gesagt: Soziale Ängstlichkeit kann überwindet werden und die Ansätze, offen und ohne allzu große Erwartungen in so viele Gespräche wie möglich zu gehen hilft Dir bereits ein großes Stück weiter. Folge einfach den Ratschlägen in diesem Artikel, dann wird auch die Angst schwächer.

Ich hoffe Du hast nun den ein oder anderen guten Vorsatz und konntest Mut schöpfen. Wenn Dir das noch nicht reicht, habe ich einen exzellenten Lesevorschlag:

Wie man Freunde gewinnt – die Kunst, beliebt und einflußreich zu werden

Dale Carnegie (2010) hat mit seinem Buch How to Win Friends and Influence People 1937 einen Weltklassiker geschrieben. Dieses Buch hat mir extrem geholfen, mein soziales Geschick zu verbessern und in Gesprächen echte Verbindungen zu meinen Gesprächspartnern herzustellen.

Carnegie schreibt mit einem typisch amerikanischen Hang zum übertreiben und beschönigen, aber er hat die Kunst des Sales-Talk perfekt auf die soziale Beziehung an sich übertragen. Seine Ausführungen sind eingängig und überzeugend.

Die besten Grundsätze, die ich mir aus seinem Buch mitnehmen konnte und die meine Kommunikation extrem verbessert haben, sind folgende:

  • Jeder liebt es, seinen eigenen Namen zu hören. Sprich deshalb Personen mit ihrem Vornamen an (und merke sie Dir)!
  • Jeder spricht am liebsten über sich selbst. Stelle deshalb viele persönliche Fragen und erkundige Dich nach der Meinung einer Person!
  • Jeder fühlt sich gerne wichtig und gebraucht. Gib deshalb den Leuten mit denen Du sprichst das Gefühl, dass Du ihre Sichtweise schätzt und Dich freust, sie zu sehen und mit ihnen sprechen zu können.
  • Jeder interessiert sich zuallererst für seinen eigenen Vorteil. Formuliere deshalb Angebote und Vorschläge so, dass Du zeigst, was der Andere davon hat.

Fokussiere Dich beim nächsten Smalltalk auf diese guten Gesprächsprinzipien und Du wirst ungeahnte Ergebnisse erreichen!

Fazit

Das Muster ist klar: Im Smalltalk, im Sales-Talk und allem, was sonst noch besprochen wird, geht es um Personen und Gefühle.

Zuallererst um die eigenen. Bist Du gut drauf? Kann man Dir trauen? Sind die Wertehaltungen beider Gesprächspartner kompatibel? All das strahlst Du jederzeit aus. Deshalb hilft Dir auch hier ein starkes Selbstbewusstsein weiter!

Übe in jeder Situation, geschmeidig und sozial zu sein. Die positiven Kontakte mit neuen Bekannten und Freunden werden Dir in unzähligen Situationen helfen und Dich erfolgreich, selbstbewusst und glücklich machen. Und wer weiß, wen Du auf diesem Wege alles triffst!

Wann hast Du das letzte Mal jemand neues kennen gelernt?

Literatur
Carnegie, D. (2010). How to win friends and influence people. Simon and Schuster.

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