Beziehungen – Wieso Du Deine besten Momente teilen willst

Vorschau:

Beziehungen machen glücklich. Du kannst Davon gar nicht genug haben, auch wenn das nicht sofort einleuchtend klingt. Folge mir für einen Moment und lies Dir meine Tipps durch, wie Du gut mit anderen Menschen Verbindungen aufbauen kannst. Hinterlasse auch einen Kommentar, wenn Dir danach ist.

Sei sozial!

Den selbsterklärten Einzelgängern, Misanthropen und Schüchternen wird das zunächst sauer aufstoßen: Menschen sind soziale Geschöpfe und können sich nur in Gemeinschaft wirklich entfalten. Ob dies die Zufriedenheit, Sicherheit oder den finanziellen, sportlichen, persönlichen Erfolg usw. angeht – immer sind andere Menschen im Spiel und wirken für oder gegen uns. Unsere Freunde schätzen wir, aber unsere Konkurrenten und Kritiker hassen wir oft. Dabei können besonders Letztere eine Quelle der Erkenntnis und des Ansporns sein.

Wir Menschen leben und organisieren uns in Hierarchien (Familie, Unternehmenshierarchien, Staatssystem…). Diese sind so fundamental für unsere Natur, weil sie uns überleben helfen uns Energie sparen. Informationen über eine komplexe Situation mit vielen Akteuren lassen sich so leichter entschlüsseln und ordnen. Ein gut abgestimmtes Team kann sehr reibungslos arbeiten. Natürlich leisten auch Individualisten einen wertvollen Beitrag, etwa durch uneingeschränktere Kreativität. Aber für sie wie für alle Anderen gilt, dass der Großteil ihrer Arbeit erst im sozialen Kontext eine Bedeutung erhält.

Dass das menschliche Wesen zutiefst sozial ausgerichtet ist, lässt sich an vielen verschiedenen Bedürfnissen erkennen, allen voran dem Fortpflanzungstrieb. Aber nicht nur sexuelle Beziehungen, die biologisch notwendig für unseren Fortbestand sind, sondern auch normale Freundschaften vermögen uns stark zu motivieren und zu erfreuen. Wir wollen für unsere geliebten Menschen Gutes tun, sind bereit dafür zu kämpfen und zeitweise Verzicht anderer Bedürfnisse zu üben.

Bloße Zugehörigkeit zu einer Bezugsgruppe hat einen hohen Wert (vgl. Baumeister & Leary, 1995). Drohender Ausschluss aus der Gemeinschaft ist eine der größten Sorgen vieler Menschen und Isolationshaft nicht umsonst eine der härtesten Strafen, die unsere Gesellschaft verhängt.

Zuletzt ist das Kommunizieren an sich eine freudige Angelegenheit. Das muss noch nichtmal zweckbezogen oder mit Bekannten sein. Jeder liebt einen guten Geschichtenerzähler.

Irgendetwas fehlt

Viele Menschen die ein eher geringes Selbstbewusstsein haben fühlen sich allerdings nicht besonders wohl unter Menschen. Vor allem wenn diese ihnen wenig vertraut sind. Oft mögen sie die Aufmerksamkeit nicht, etwa weil sie unterbewusst die Angst haben, negativ bewertet oder anderweitig schlecht behandelt zu werden. Manchmal spielt auch die Überzeugung eine Rolle, dass man zu wenige Gemeinsamkeiten mit den meisten anderen Menschen habe und es deswegen zwecklos sei, mit ihnen in Kontakt zu treten.

Mit modernen Medien wie Film und Internet können Einzelgänger und Vermeider auf ihre Kosten kommen und soziale Motive digital erfüllen. SMS, YouTube, Foren für alle möglichen Themenbereiche, Onlinedating, Messenger und E-Mail ermöglichen eine digitale Kommunikation von jedem noch so abgeschiedenen Ort der Erde und zielen dabei auf die ganze Bandbreite von Beziehungen.

So nützlich elektronische Kommunikation bei der Beziehungsgestaltung geworden ist, Du solltest sie nicht als Deine Hauptversorgung ansehen. Dies hat den einfachen Grund, dass sie dazu nicht in der Lage ist. Elektronische Kommunikation fällt eher flach aus. Eine persönliche Begegnung hingegen entfaltet nonverbal durch Mimik, Gestik, Tonlage, Körperhaltung, Kleidung usw. ihre volle Wirkung. (Digitale Kommunikation kann allerdings eine nützliche Ergänzung sein.)

Jugendliche schauen auf ihre Smartphones, die für moderne Beziehungen eine wichtige Rolle spielen
Nicht mehr wegzudenken: Zombies

„Alle sind doof“

Die weiter oben benannte Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit tarnt sich gern als gerechtfertigte Herabsetzung der anderen.

Wenn wir nicht die beliebteste Schülerin oder der beste Mitarbeiter sind, und einer solchen Rangposition vielleicht noch nicht mal nahe kommen, ist es angenehmer, deren Bedeutung herabzuspielen, wie der Fuchs in Äsops alter Fabel es tut: Als er nach mehreren gescheiterten Versuchen nicht an die feinen Weintrauben herankommt, sagt er sich selbst, dass diese vermutlich eh sauer schmecken würden. Wer will das schon.

Hier sind weitere Beispiele für Gedanken, die eine Person hegt, die eher wenig Selbstbewusstsein hat:

  • die Anderen sind primitiv oder dumm
  • die Anderen verstehen einen nicht
  • die Anderen sind oberflächlich
  • die Anderen haben keine guten Moralvorstellungen
  • die Anderen interessieren sich nicht für Thema X
  • die Anderen machen häufig Fehler

Wenn Du Dich in einem dieser Sätze wiedererkennst, will ich Dich zu einer alternativen Sichtweise ermutigen. Diese beinhaltet einen gütigen Blick auf Dich, aber auch auf andere. Wir sind nur Menschen, nicht perfekt, und obendrein tatsächlich sehr verschieden. Wir versuchen täglich zwischen Millionen von möglichen Ereignissen zu balancieren, wollen gerne unseren Mitmenschen exakt mitteilen was in uns vorgeht, und scheitern doch so oft an den Grenzen unserer selbst.

Kommunikation ist immer mit einem Übertagungsfehler behaftet, wenn der flüssige Gedanke ein festes Wort werden soll. Versuche dieses Rauschen zu berücksichtigen. Des weiteren haben wir alle eine unterschiedliche Herkunft, unterschiedliche Erfahrungen und Werte. Wir wollen nicht alle das gleiche, auch wenn jedem einzelnen das eigene Ziel so klar und vernünftig scheint wie es nur geht. Unsere Gehirne unterliegen einigen weiteren Verzerrern, einer beschränkten Informationsaufnahme und Verarbeitungskapazität. Wir werden Müde, haben auch mal einen schlechten Tag und wollen eigentlich jedem Menschen friedlich begegnen.

Damit Dir das gut gelingt, lerne zu unterscheiden:

  • Manche Menschen können für Dich Wurzeln sein, die Dich am Leben halten.
  • Manche können für Dich wie ein stabiler Stamm sein, der Dich stützt.
  • Manche können für Dich Äste und Zweige sein, die Dein Leben vergrößern und erweitern, aber die auch hin und wieder abbrechen. Sie wachsen nach, aber pflege sie wenn Du kannst.
  • Manche können für Dich Blätter sein: Sie schmücken Deinen Alltag, fangen für Dich Sonnenstrahlen ein und machen Deinen Moment schön. Die Jahreszeiten lassen sie schwinden und neu wachsen. Hänge nicht an ihnen, sondern erfreue Dich im Augenblick an ihrer Schönheit
  • Manche können für Dich wie der Wind sein. Er nimmt Blätter, Zweige, Äste (und manchmal den Stamm), die keinen Halt mehr haben. Dann kann Neues wachsen.

Beziehungen sind essenziell für Erfolg und ein gutes Selbstbewusstsein

Menschen, die offen, wertschätzend und ohne zu verurteilen auf andere zugehen, finden leichter und mehr Freunde. Soziale Menschen haben keine Angst, an einen neuen Ort zu ziehen, weil sie auf ihre eigenen Fähigkeiten vertrauen können, auch dort neue Freunde zu finden. Sie können zudem durch die größere Basismenge an Bekanntschaften eine bessere Feinauswahl für den engeren Kreis treffen, als das jemand könnte, der lediglich auf einen kleinen Freundeskreis zurückgreifen kann, die er zu einer bestimmten Zeit einmal kennen lernte.

Freunde sind wichtig, das haben die Meisten schon gemerkt. Sie bieten wertvolle Ratschläge, reden Dir hoffentlich nicht nach dem Mund und helfen Dir in Not. Feedback von Außen ist unabdingbar, wenn man sich selbst erfolgreich an eine Herausforderung angepasst und selbstbewusst verhalten will.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Du so oft Du kannst Deine Zeit und Fähigkeiten teilen willst. Die richtigen Menschen für Dein Umfeld werden es Dir anrechnen, die falschen findest Du auf dem gleichen Wege heraus. Besonders in Beziehungen greift das Prinzip der Wertschöpfung – Wir achten das hoch, das uns weiterhilft und unser Leben angenehmer macht. Wenn Du als Person angenehm und hilfreich bist, wird Dies positiv auf Dich zurückfallen, wenn andere Menschen sich erkenntlich zeigen, denn:

Gleich und gleich gesellt sich gern! Wenn Du Positives ausstrahlst, zieht das ebenso positive Leute an!

Offenheit, Großzügigkeit (vor allem im Umgang mit Deinem Wohlwollen, nicht nur mit materiellen Gütern) und Hilfsbereitschaft gepaart mit einer kräftigen Prise Selbstbewusstsein (Schließlich weißt Du was Du wert bist!) sind eine unwiderstehliche Kombination für erstklassige Beziehungen, die Spaß machen und erfüllen.

Es kann jeden jederzeit treffen!

Wen man kennt, dem lernt man zu vertrauen. Begehrte Arbeitsstellen werden zu einem großen Anteil über Beziehungen vergeben. Dabei reicht es oft schon, wenn man nur den Namen der Person kennt, die einen weitervermittelt. Man muss nicht beste Freunde sein!

Liebespartner kann man überall finden, egal wie intensiv das Kennenlernen war, welches zur Beziehung führte . Im Supermarkt, einer Bar oder im gemeinsamen jahrelangen Studium sind Leute unterwegs, die mit Dir kompatibel sind und sich genauso darüber freuen, einen netten Menschen kennenzulernen. Dafür musst Du nur hin und wieder neue Leute begrüßen und ein wenig plaudern.

Man weiß im Voraus nie, was aus einer kurzen Begegnung erwachsen kann. Deshalb sieh jede Begegnung als Chance, bei der Du nichts zu verlieren hast! Schätze auch lose Bekanntschaften und teile Deine Welt feinstufiger ein als nur Freunde vs. Fremde. Beachte auch die Zwischenstufen und die stetige Annäherung, die immer stattfindet, wenn zwei Menschen miteinander Zeit verbringen.

Beziehungen wachsen mit der Zeit und Übung.
Beziehungen wachsen mit der Zeit und Übung
Deshalb fange gleich an:

  • Teile, was Du willst. Zeige Deine Beste Seite, ohne unterwürfig zu sein und ohne Gegenerwartung. Wenn Du aus der Fülle Deines Selbstbewusstseins gibst, im Wissen, dass Du von Deinem Reichtum schenkst, ist dies extrem anziehend auf andere Menschen. Das kann eine Kleinigkeit sein wie ein ehrlich gemeintes Kompliment – es wird dadurch besonders mächtig, dass Du keine Erwartungen hegst, eines zurück zu bekommen oder auf einen Drink eingeladen zu werden.
  • Sprich mit jedem. Überall. Kinder, Omis, Penner… im Supermarkt, in der Disco, auf Arbeit… aber nicht im Kino.
  • Lerne Smalltalk. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt und niemand will überrollt werden. Beim Smalltalk werden nonverbale Signale ausgetauscht, die viel über potenzielle Gemeinsamkeiten und die Chemie verraten.
  • Frage Menschen nach ihren Geschichten. Wo kommen sie her, was machen sie hier, warum gefällt ihnen das. Jeder liebt es von sich zu erzählen.
  • Erzähle selbst spannende Geschichten und finde Gemeinsamkeiten mit Deinen Gesprächspartnern.
  • Gehe auf Partys und Versammlungen, egal ob Du erwartest dass es langweilig wird oder nicht.
  • Sorge dafür, dass es nicht langweilig wird.
  • Sei ein verlässliches und nicht urteilendes Gegenüber, aber erwarte nicht, dass jeder Dir gleichermaßen entgegenkommen kann.
  • Sei großzügig und sieh über Fehler hinweg (besonders im Privaten). Persönliche Beziehungen brauchen nichts mehr als Verständnis und Unterstützung. Produktive Kritik ist eine hohe Kunst, die Du im beruflichen Kontext meistern solltest.

Fazit

Beziehungen bieten Dir einen enormen Beitrag zu Deinem Selbstbewusstsein und unzählige weitere Vorteile. Mit zunehmenden Übungssituationen kommt schließlich der Erfolg in Beziehungsgestaltung jeder Art, egal ob kurz oder langfristig, Beruf oder Familie. Du wirst ein geschickter und geschmeidiger Charakter werden, den jeder gerne in seiner Nähe hat. Gleich und Gleich gesellt sich gern – es macht verdammt viel Spaß, ähnlich angenehme Leute um sich zu haben!

Welche (Sorte) Deiner Freunde hättest Du gerne öfter um Dich? Wie kannst Du das erreichen?

 

Literatur
Baumeister, R. F., & Leary, M. R. (1995). The need to belong: desire for interpersonal attachments as a fundamental human motivation. Psychological bulletin, 117(3), 497.

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